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Burgeralpe wird nicht verkauft

Burger- und Urversammlung in Simplon Dorf

S i m p l o n  D o r f. Die Burgerinnen und Burger von Simplon Dorf haben sich anlässlich der Burgerversammlung am vergangenen Samstag gegen den Verkauf der Burgeralpe «Pussetta/Waira» im Zwischbergental ausgesprochen.

Der Aufmarsch zur «Rechnung», wie die Versammlung im Sprachgebrauch der Vorfahren auch genannt wird, war in diesem Jahr besonders gross. Dies steht weniger im Zusammenhang mit der eigentlichen Rechnung, die mit einem Einnahmenüberschuss von 76 000 Franken abschliesst. Stattdessen galt das Interesse vor allem der Burgeralpe. Die Burgerinnen und Burger hatten dem Burgerrat vor Jahresfrist den Auftrag erteilt, den Verkauf der Burgeralpe «Pussetta/Waira» im Zwischbergental auf dem Territorium der Gemeinde Gondo abzuklären. Die Alpe wird in Pacht mit Vieh bestossen, jedoch infolge der weiten Distanz von Simplon aus nicht genutzt. Am Gebäude in der «Waira» drängen sich Sanierungsarbeiten auf, um die einschlägigen Vorschriften für die Käseproduktion einhalten zu können. Um sie vor dem Zerfall zu bewahren, müssen auch die Gebäude in der darunterliegenden «Pussetta» instand gesetzt werden. Nachdem aus verschiedenen Interessenten ein potenzieller Käufer aus dem Gebiet selbst gefunden werden konnte, hat die Burgerversammlung nun aber den Verkauf mit einer Mehrheit von sechs Stimmen abgelehnt. Das Schicksal der sanierungsbedürftigen Gebäude bleibt ungewiss, zumal in dieser Frage kein Entscheid gefällt wurde. Die Versteigerung von landwirtschaftlichen Grundgütern im Dorf zur Pacht wurde durch den Weibel nach alter Väter Sitte mit dem brennenden Kerzendocht durchgeführt.

Projekte warten auf Realisierung

Anlässlich der Versammlung zum Schluss des Jahres werden jeweils auch die Geschäfte der Munizipalgemeinde wie das Budget und der Finanzplan behandelt.
Das Grossprojekt zur Sanierung des Dorfplatzes mit dem Bau der unterirdischen Auto-Einstellhalle konnte wegen der ausstehenden Baubewilligung des Kantons noch nicht in Angriff genommen werden. Gemäss den Ausführungen von Gemeindepräsident Werner Zenklusen musste infolge Verfahrensschwierigkeiten auch der Bau der Abwasserreinigungsanlage um ein weiteres Jahr verschoben werden. Im Jahr 2007 sollte schliesslich mit den Bauarbeiten zum Hochwasserschutzkonzept Dorfbach begonnen werden können, nachdem das aufwendige Planungsverfahren bald einmal abgeschlossen sein dürfte. Das Schneefräsen auf der Simplonstrasse und die Schneeräumung der Kantonsstrasse durch das Dorf bleibt künftig ganz dem kantonalen Strassenunterhaltsdienst mit seiner Infrastruktur überlassen, zumal die Gemeinde über keine Grossschneefräse mehr verfügt. Mit dem Unterzeichnen der Formulare zum Bezug des Halbzolls für Wein aus Italien fand die Versammlung nach zwei Stunden ihren Abschluss. 
JE