Zur Übersicht

Die Zeugen des Bergbaus sollen erhalten bleiben

Feier der heiligen Barbara in Gondo

G o n d o. eing.) Keine Tunnelbohrmaschine und keine grossen Tunneldurchstiche schreiben derzeit Geschichte in Gondo. Und doch wurde am vergangenen Donnerstag auch in Gondo der heiligen Barbara gedacht.

Im Jahr 1896, mit dem jähen Ende des Goldbergbaues im Zwischbergental, wurde in Gondo die letzte Barbarafeier gehalten. Die letzten noch verbliebenen Mineure gedachten ihrer Schutzpatronin. Mehr als hundert Jahre sollte es dauern, bis die heilige Barbara in der Pfarrkirche San Marco zu Gondo ihr Amt als Schutzpatronin wieder aufnehmen konnte. Am vergangenen 4. Dezember war es soweit. In der Kirche von Gondo versammelte sich eine Schar Mitglieder der Knappenschaft Goldmine Gondo zur Feier der heiligen Barbara. In einer schlichten und würdigen Feier stellte Pfarrer J. Sarbach die Knappenschaft und deren Werke für ein weiteres Jahr unter die Obhut der Schutzpatronin. Begleitet wurde die Feier von den Schulkindern von Gondo.
Im Anschluss fand die ordentliche Generalversammlung statt. Seit der Gründung im Jahre 2001 ist die Knappenschaft auf 77 Mitglieder angewachsen und der Vorstand hofft, dass der Bestand bis Ende des nächsten Jahres sogar auf 100 Mitglieder ansteigen wird. Die Knappenschaft verpflichtet sich der Erhaltung der letzten Zeugen des Bergbaues und dessen Tradition in Gondo. Damit soll aber auch eine nachhaltige Entwicklung des Tourismus auf der Simplon-Südseite unterstützt werden. Sind doch die Zeitzeugen der Bergbauepochen von Gondo nahezu einmalig für die Schweiz. Hauptthemen der Versammlung waren Neubestellungen im Vorstand und der Technischen Kommission. Ferdinand Pfammatter, Leiter der Technischen Kommission, liess den Arbeitseinsatz des vergangenen Jahres Revue passieren. Präsident Rolf Gruber präsentierte das Jahresprogramm 2004. Annemarie Squaratti wurde als Kassierin bestätigt, nachdem sie dieses Amt ad interim übernommen hatte. Werner Jordan zeichnet neu als Beisitzer im Verein verantwortlich. Die Technische Kommission wurde durch den in Fachkreisen bekannten Goldwäscher und Strahler John Meekel verstärkt.