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Der Cool Man aus dem Zwischbergental
Josef
Squaratti (80) ist ein gefragter Medienstar
Zwischbergen /
Sein Gesicht zierte schon die Titelseiten mehrerer Zeitungen,
seine Stimme war schon im Radio zu hören und sein Schaffen wurde in
TV-Bildern festgehalten: Josef Squaratti (80) aus Zwischbergen ist ohne
Zweifel ein gefragter Medienstar. Der neuste Coup: „Schosef“ als Gitarrist
auf den Plakaten und Flyers des Open Air Simplon.
Von Walter Bellwald
„Josef Squaratti ist das Original der
ganzen Region. Darum haben wir ihn für unseren Werbeauftritt ausgewählt“,
erklärt Oliver Schmid vom Organisationskomitee des Simpiler OpenAirs. Das
Resultat kann sich sehen lassen: Die Werbeplakate zeigen „Schosef“ als
Gitarrist in Stallstiefeln und „im Ubergwand“.
Medienrummel in Zwischbergen
Josef Squaratti selber hat keinen Moment gezögert, die ungewöhnliche
Werbeidee in die Tat umzusetzen. „Ich finde es toll, dass sich die Jugend so
ins Zeug legt“, erklärt er gegenüber der RZ. Der Fotoauftritt als Gitarrist
habe ihm nicht viel abverlangt. Schliesslich ist es „Schosef“ gewohnt, im
Mittelpunkt zu stehen. Schon vor acht Jahren strahlte das Schweizer
Fernsehen SF DRS einen Beitrag über den Dichter aus dem Zwischbergental aus.
Inzwischen haben andere Medien nachgezogen. Zeitungen und Radio sind schon
Schlange gestanden, um „Schosef“ ein paar Neuigkeiten zu entlocken. Und
immer wieder gibt Squaratti geduldig Auskunft und erzählt vom kargen Leben
in den Bergen, seiner Landwirtschaft, den Touristen und seiner Sehnsucht
nach den Frauen. Erst kürzlich war wieder ein Fernsehteam von SF DRS in
Zwischbergen und filmte das Schaffen des über 80-Jährigen. Dabei ist er zum
erstenmal in seinem Leben geflogen. „Das hat mir überhaupt nicht gefallen“,
sagt er unverblümt. „Ich fühle mich auf dem Boden sicherer als in der Luft.“
Ein zweiter Teil der Fernseh-Doku soll im Winter gedreht werden. Der Film
wird noch vor Weihnachten ausgestrahlt.
Autor und Erzähler
Zurzeit lebt Squaratti allein auf seinem Anwesen. Seine beiden Kühe und die
vierzehn Schafe sind auf der Alp. So verbringt er seine Zeit im Garten, beim
„Worbu“ oder beim Heuen. Zwischendurch greift er zur Mundharmonika und gibt
ein Ständchen zum Besten. Langweilig wird es „Schosef“ nie. Erst vor knapp
einem Monat hat er sein Buch „Mein Zwischbergen“ herausgebracht. Darin
erzählt er über das Leben und die Arbeit daheim. „Erst kürzlich ist sogar
ein Holländer vorbeigekommen und hat ein Exemplar gekauft“, freut sich der
Bergler. Noch heute erzählt er gerne von früher und kann sich genau an diese
oder jene Begebenheit erinnern. Trotz des Medienrummels um seine Person gibt
sich „Schosef“ sehr bescheiden: „Meine Heimat sind die Berge. Hier fühle ich
mich wohl.“ |