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Grenzüberschreitende Freundschaft
Ossolaner und Simpiler stärkten ihre Gemeinsamkeiten
S i m p l o n D o r f. Eine Traktandenliste lag am vergangenen Freitag im Restaurant Grina nicht vor. Am Tisch, bei der ortsüblichen Spezialität Raclette, ging es um die Pflege der Freundschaft am Simplon zwischen Ossolanern und Simpilern.

Es entsprach einem Bedürfnis der Simpiler, die Ossolaner, die sie meist auch als Mitglieder der Kulturvereinigung Simplon-Süd kennen, zu einem Besuch in Simplon Dorf einzuladen. Zu dieser Zusammenkunft begrüsste Josef Zumkemi mit den Einheimischen eine erfreuliche Zahl befreundeter Ossolaner mit ihren Angetrauten. Weder Vereinsstatuten noch Traktandenliste waren vorgegeben. Es ging, wie Zumkemi in seinem Grusswort sagte, um die Würdigung und Stärkung der grenzüberschreitenden Freundschaft am Simplon. Dabei kamen die kulturhistorischen Gemeinsamkeiten zwischen dem italienischen Ossola und der schweizerischen Nachbarregion zur Sprache. Unter den «Kulturträgern» aus der italienischen Nachbarregion befand sich Paolo Crosa-Lenz. In seinen vielen Publikationen und Vorträgen versteht er es, landschaftliche und kulturelle Vorzüge in der italienischen Nachbarregion auf verständliche Art ins Licht zu rücken. Giovanni Fornalori wies auf das anstehende Chavez-Jubiläum, das im nächsten Jahr zur Feier ansteht. Es sind dann 100 Jahre, als der Simplon mit dem erstmaligen Überflug durch den Peruaner Chavez für eine Weltsensation sorgte. Von Rinaldo Rolandini, Besitzer und Betreiber des Skiparadises Domobianca, erfuhren wir, dass Wettermacher Petrus dem Winterbetrieb gut gesinnt war. Am Rande fand auch die Geschichte mit der «Stradivari» Erwähnung, die inzwischen von den Zollfahndern in Domodossola als amüsante Episode abgehackt ist. Dass die Begebenheit mit dem «undeklarierten» 1,5 Millionen Euro teuren Instrument von Enrico Verdi, dem zuständigen Zollchef persönlich, zum Besten gegeben wurde, machte ihn und die Episode nur sympathischer. Wie sich herausstellte, war kein Schmuggel von Kulturgut im Spiel. Die von den Experten aus Cremona identifizierte «Stradivari» gehörte dem bekannten Violinisten Uto Ughi.
Da Geschenke bekanntlich die Freundschaft stärken, bekam Josef Zumkemi die neuste Edition «Alpi, alpigiani e formaggi» überreicht. Die Autoren Barbaglia, Cresta, Monti haben alle, auch die kleinsten berglandwirtschaftlich genutzten Alpen, in Wort und Bild zwischen Mottarone und Formazza abgelichtet und aufgelistet.  gtg
 
   














Rinaldo Rinaldi, rechts, Initiant der Station Domobianca, und Enrico Verdi, links, überreichen Josef Zumkemi die neu erschienene Publikation «Alpi, alpigiani e formaggi».




Der Könner Escher «fuif» als Raclettestreicher.