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Polentafest wie im Bilderbuch
Gelungener Einstand der jungen Kochgilde auf dem Simpiler Dorfplatz
S i m p l o n D o r f.
Einen besseren Start auf eigenen Füssen für den beliebten
Fasnachtsbrauch hätte es für die neue Kochgilde der AGREZA nach einer
Ablösung von über vierzig Jahren nicht geben können, wie das am
vergangenen Samstag auf dem Simpiler Dorfplatz der Fall war.
Mit junger Kraft in die Zukunft
Die sechs AGREZA-Köche Christian Arnold, Philipp Gerold, Fernando
Ritter, Gregi Escher, Christoph Zenklusen und Antoine Arnold hatten in
ihrem jugendlichen Elan an Einrichtungen und Organisation alles bestens
vorgekehrt und so das Erbe ihrer Vorfahren zukunftsträchtig aufgegleist.
Die Vorbereitungen für den Grossanlass begannen bereits Tage zuvor, ab
dem Freitag stand die Feldküche unter einem schützenden Zelt, wo sich
beim Vorkochen bald einmal der Geschmack währschafter Kost vom Dorfplatz
ausbreitete. Beim Zwiebelschälen stand selbst der Pfarrer im Einsatz. Am
Samstag hatte der Anfeuerer seinen Dienst bereits um fünf Uhr morgens
angetreten, um das Holzfeuer unter den sechs Gusshäfen zu entfachen. Ab
zehn Uhr fanden sich die ersten Fasnächtler auf dem Platz und nun füllte
sich der Platz Schlag auf Schlag. Die Fasnachtsmusik der Simpiler «Chruitfrässär»
trat zu ihrem 20-jährigen Bestehen in einem eigens angefertigten Kostüm
sinnigerweise in Grün auf und verbreiteten beste Fasnachtsstimmung. Mit
dabei als treue Gäste waren auch die «Cholufrässär» aus Herbriggen.
Ebenso fand sich die Delegation der Fasnachtsgesellschaft aus
Domodossola mit Togn und Gia ein, der Gegenbesuch der Simpiler
Guggenmusik folgte am Sonntag zum grossen Umzug. Nachdem Pfarrer Herbert
Heiss das Tischgebet gesprochen hatte, setzte das grosse Schöpfen ein.
Die sechzig Kilo Polenta waren nach anderthalb Stunden bereits
ausverkauft und auch die 120 Kilogramm Fleisch wurden immer rarer. Bald
einmal waren es an die 700 Portionen, welche unter der grossen
Fasnachtsgemeinschaft ihren Absatz fanden. Gemundet hat es bestens, die
Reaktionen waren des Lobes voll.
Eine Spritze mit 1638 Millilitern
Der Nachmittag war im ganzen Dorf von der typischen Fasnachtsstimmung
geprägt, sind es doch auch immer viele Stammgäste, welche sich in
Simplon einfinden. Die Gaststätten des Dorfes und die Bars des Skiclubs
und des Jugendvereins hatten Hochbetrieb zu verzeichnen. Die
Sängergruppe «Quattro amici» aus Naters traf mit ihren italienischen
Liedern auf der Südseite des Simplons den Geschmack des Publikums
vollends. Die Postautokurse von und nach Brig waren ausgebucht und
mussten teils doppelt geführt werden. Der Samariterverein organisierte
den grossen Fasnachtsball in der Turnhalle, zu dem sich 21 Maskengruppen
für die Prämierung einfanden. Ein Thema war mit der Schweinegrippe
gegeben und beim Ratespiel lautete die Lösung 1638 Milliliter Saft oder
was sich auch immer in der Spritze befand, von Sven Arnold praktisch auf
die Zahl erraten. Wie bereits am Donnerstagnachmittag in der Turnhalle
mit einem grossen Unterhaltungsprogramm für Jung und Alt haben die
Simpiler auch am Samstag bewiesen, wie sie Feste mit ihren Freunden und
Stammgästen zu feiern wissen. JE
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Pfarrer Herbert Heiss spricht inmitten der AGREZA-Köche, von links:
Fernando Ritter, Christian Arnold, Antoine Arnold, Gregi Escher,
Christoph Zenklusen und Philipp Gerold, das Tischgebet über Mahl und
Fasnächtler.
Auch das kann er.. |
![]() Die Simpiler «Chruitfrässär» wurden zu ihrem 20-jährigen Bestehen von einer Delegation der Fasnachtsgesellschaft aus Domodossola beehrt. |