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Verdiente Anerkennung für ein aussergewöhnliches Museum ,

B e r n / S i m p l o n. Die Stiftung «Ecomuseum Simplon: Passwege und Museen» ist am Dienstag von der Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft für die Berggebiete (SAB) mit dem «SAB-Preis 2004» ausgezeichnet worden. Sie teilt sich den mit 9500 Franken dotierten Hauptpreis mit der «Klangwelt Toggenburg».


Die Stiftung «Ecomuseum Simplon» wertet den Innovationspreis der SAB als Anerkennung der jahrelangen Arbeit zur Förderung des sanften Tourismus in der Region, wie Josef Escher von der Geschäftsstelle des Ecomuseums auf Anfrage sagte. Der Preis sei zudem eine Bestätigung dafür, dass man sich auf dem richtigen Weg befinde. Die Auszeichnung werde die Verantwortlichen bestärken, das aufwändige Projekt engagiert weiterzuverfolgen.

Auf den Spuren der Vergangenheit

Die Stiftung «Ecomuseum Simplon», die seit dem vergangenen Samstag mit dem geschichtsträchtigen Fort Gondo über eine weitere Sehenswürdigkeit verfügt (der WB berichtete), hat sich zum Ziel gesetzt, die zahlreichen Spuren zu erhalten, die der Mensch im Verlauf der letzten Jahrzehnte am Simplonpass hinterlassen hat. Das entsprechende Projekt wurde 1991 gestartet.
Der Simplon ist seit dem Ende des Mittelalters ein internationaler Transitweg. Zu Beginn existierte nur ein schmaler Säumerpfad, der im Lauf der Zeit immer mehr ausgebaut wurde. Einen Meilenstein bildete dabei die neue Strasse, die Napoleon Bonaparte Anfang des 19. Jahrhunderts vor allem aus strategischen Gründen bauen liess.

Museum für ein mobiles Publikum

Die bewegte Vergangenheit hat am Simplon zahlreiche Spuren hinterlassen, seien es Wege, Gebäude oder die besondere Kulturlandschaft. Um diese zu erhalten, hat die Stiftung «Ecomuseum Simplon» ein ganz besonderes Museum geschaffen; ein Museum, das sich nicht auf eine Sammlung in einem Gebäude beschränkt, sondern sich über die ganze Passlandschaft erstreckt. «Das Ecomuseum Simplon verlässt die altehrwürdigen Mauern des klassischen Museums und wird zum kundigen Begleiter eines mobilen Publikums», heisst es dazu auf der Website des Verkehrsvereins Simplon.
Verschiedene Elemente der alten Kulturlandschaft wurden wieder in ihren Originalzustand gebracht, darunter auch der alte Maultierweg. Die Stiftung hat ihr Werk sehr gut dokumentiert, so dass sowohl die einheimische Bevölkerung als auch die Gäste einen interessanten Einblick in die reiche Vergangenheit der Region erhalten.

Marketing verstärken

Das Projekt der Stiftung «Ecomuseum Simplon» ermöglicht einerseits, einmalige Zeugen der Vergangenheit zu erhalten und zu pflegen. Gleichzeitig leistet es einen wichtigen Beitrag für einen kultur- und umweltverträglichen Tourismus und zur touristischen Attraktivität der gesamten Region, wie die SAB in einer Medienmitteilung weiter schreibt. Nachdem das Marketing durch die Realisierung einzelner Museumsprojekte bisher etwas zu kurz kam, will die Stiftung «Ecomuseum Simplon» in Zukunft das gesamte Angebot noch besser bekannt machen. Unterstützung erhofft sie sich dabei unter anderem von dem Patronatskomitee, das anlässlich der Stifterversammlung am vergangenen Samstag gegründet worden ist. Dem Komitee gehören namhafte Schweizer Persönlichkeiten aus Politik, Kultur und Wirtschaft an.
Bis heute sind rund sechs Millionen Franken in das Projekt investiert worden, wobei der grösste Teil dem regionalen Gewerbe zu Gute kam. Mit dem zweiten Hauptpreis zeichnete die SAB das Projekt «Klangwelt Toggenburg» aus. Die diesjährigen Nebenpreise gehen an die Region Gantrisch für neuartige Holzleitplanken sowie an Yannick Andrea für seine den Landwirten von Filisur gewidmete Dia-Show. 
fm