Raclette nach Simpilär Art in Trontano
Die grenzüberschreitende Freundschaft zwischen Simplon Dorf und Trontano kulinarisch bestärkt
T r o n t a n o. Am vergangenen Samstag war Simplon Dorf mit einer «Raclette à discrezione» Gastgeber in der Zwillingsgemeinde im italienischen Trontano.

Die Simpilär erwiderten mit ihrem Auftritt die «Castagnata», die ihre Freunde aus Trontano am 24. Oktober auf dem Dorfplatz von Simplon Dorf veranstalteten. Das frohe «Cheschtinebrate» nach der traditionellen Art, wie es die Trontanesi als kulinarisches Kulturgut pflegen, bleibt in guter Erinnerung. Der «Kulturplatz Simplon», unter Beistand der «Vereinigung Simplon Süd», unternahm es, die Könner des Raclettestreichens mit ihrem hilfsbereiten Anhang für die kulinarische Rückrunde in Trontano zu mobilisieren. Keine so einfache Angelegenheit, wie wir von Insidern mitbekamen. Der Simplon-Käse hat in Italien einen guten Ruf. Die Befürchtungen waren denn auch nicht grundlos, wonach die Spezialität aus dem Simplon den italienischen Zöllnern ins Auge stechen und als Luxusgut deklariert werden könnte.
Schauplatz des «Incontro» war das Gemeindezentrum beim Bahnhof Trontano an der Bahnlinie DomodossolaLocarno. Über Domodossola, auf 518 Höhenmetern eingangs ins Vigezzotal gelegen, ist Trontano mit seinen weitverzweigten Weilern und Siedlungen stark mit der Landwirtschaft verwachsen. Die grossen Kastanienwälder, die Weinwirtschaft mit den typischen Pergola sind landschaftsprägende und aufwertende Elemente in der 57 km2 umfassenden und 1695 Einwohner zählenden Gemeinde. Zum wertvollen Kulturgut zählt die romanische Pfarrkirche «della Nativita di Maria», deren ältesten Bauteile bis ins 10. Jahrhundert zurückreichen. Die während den letzten Renovations- und Restaurationsarbeiten wiederentdeckten Malereien zählen nach Bertamini zu den ältesten bedeutenden Zeugnissen der sakralen Kunst im Ossola. Traumhaft schön liegt das Oratorium San Giacomo aus dem 17. Jahrhundert, ein Blickfang, der sich bereits von der Bahnstation aus bietet.
Zu den 18 Weilern Trontanos zählt sich auch Marone, ehemals eine lebendige Dorfschaft und heute ein verlassenes, dem Verfall preisgegebenes Dorf. Vor mehr als drei Jahrzehnten kehrte der letzte Bewohner dem idyllischen Dorf samt Kirche und Friedhof den Rücken. Alle Rettungs- und Wiederbelebungsversuche scheiterten, gesteht der frühere Sindaco von Trontano und Präsident der comunità montana valle Ossola, Pierleonardo Zaccheo. So verfällt eine ganze Dorfschaft mit ihrer homogenen, einzigartigen und wertvollen Bausubs-tanz zu Ruinen.  gtg
 




Den Showblock bestritt die Simpilärin Dorin Ritter, begleitet vom Duo Diamanti.

Racletteure an der Arbeit. Wo viele Geniesser anstehen oder auf Nachschub warten, bedarf es leistungsfähiger Racletteöfen. Nach der alten Weisheit, wonach die Freundschaft auch durch den Magen geht, verwöhnten die Simpilärpuiru die Trontanesi mit ihrer Spezialität «Raclette à discrezione».


Schauplatz ihres Könnens und des Freundschaftstreffens war am vergangenen Samstag das Gemeindezentrum von Trontano.
 



Klaus Arnold, Präsident Kulturplatz Simplon, beschenkt die Trontanesi mit einer Miniatur des Simplonadlers.
Im Gegenzug beschenken Renzo Viscardi, Sindaco von Trontano (links aussen), und Pierleonardo Zaccheo, Prä
sident des Parco
Val Grande, die Gäste.



Die Geniesser und Kenner der Simplonsüdseite:
Rolf Escher und George Tscherrig, beim Fachsimpeln.



D
ie freundliche Geste und gute Tat der Besucher aus der Simplon: Josef Zumkemi, Präsident der Kulturvereinigung Simplon-Süd, übergibt den Vertretern von Trontano, Ettore Antonietti und Evelina, einen Obolus für die Bedürftigen.



Die geistlichen Kollegen, es spricht Pfarrer Heiss, von Simplon Dorf und Gondo.
 
 
So versinkt die Welt, was die Vorfahren geschaffen haben:
Marone, der sterbende Weiler von Trontano.
Wunderschön in der Landschaft eingebettet: das Oratorium San Giacomo in der Abendsonne.