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Nach der Wallfahrt las Squaratti aus seinem Buch
 

Zwischbergen am Tag des Kapellenfestes Maria Brunn
 
Z w i s c h b e r g e n. Es wundert nicht, dass in den weit abgelegenen Siedlungen und Alpen in der Gemeinde und Talschaft von Zwischbergen der Arm der Pfarrkirche Gondo über Filialen die Gläubigen vereint. Weit über seinen Ort hinaus bekannt wurde das 1715 von Johann Peter Tscherrig geschenkte Kapellchen Maria Brunn. Das Marienheiligtum wurde zum Wallfahrtsort der ganzen Talschaft Simplon. Der Stifter war von 1709 bis 1715 Kaplan in Simplon, dann bis zu seinem Tode am 2. September 1725 Pfarrer daselbst. Dieser Johann Peter Tscherrig muss sich eines gewissen Besitzes erfreut haben. Wie Pfarrer Peter Arnold berichtet, gehörte ihm die Alphütte im nahe gelegenen Feywald und das Gütchen der heutigen Kapelle. Auf diesen Flecken im schönsten Lärchenwald legte er das Servitut. Danach gilt, wer immer als Eigentümer darüber verfügt, hat den Unterhalt der Kapelle zu übernehmen. Unterhalb der Kapelle floss eine kleine Quelle und so nannte das Volk den Ort bald «Maria Brunn(en).
Wie schon im alten Wallis blieb es auch am Samstag nicht beim rein religiösen Teil der Wallfahrt. Im Weiler Bord, in der einstigen «Kapitale» im Zwischbergental, feierten Wallfahrer und zugestossene Gäste die Buchvernissage von Josef Squaratti. Es war die Kulturvereinigung Simplon-Süd, die dem immer wieder geäusserten Wunsch nachkam und die Aufzeichnungen Josef Squarattis zur Druckreife trieb. Volmar Schmid stellte den Autor vor. Das nun im Buch «Mein Zwischbergen» vorliegende Erzählgut sei erstaunlich für einen Bürger, der «nur» über die obligatorische Schulbildung verfüge. Das Schuljahr in der Bälleggu dauerte vom 2. November bis 30. April. Freilich war auch die Lehre «gut», wie Josef Squaratti urteilt. In seinem Buch figuriert in der Liste der Lehrmeister von Bälleggu u.a. Ernst Schmid von Ausserberg, der spätere Kommandant der Walliser Kantonspolizei.
Alt Präsident Peter Zumkemi hat wohl Recht, wenn er im Vorwort schreibt, die Liebe und Verbundenheit zum heimatlichen Zwischbergen habe Josef Squaratti bewogen, die geschichtliche Vergangenheit seiner Heimatgemeinde zu verfassen. Eine Landesgrenze trennt zwar das schweizerische und das italienische Hoheitsgebiet, nicht aber die zwischenmenschlichen und freundschaftlichen Beziehungen der beidseitigen Bewohnerschaft. Peter Zumkemi erwähnt den Stockalperweg, der in einer Teilstrecke über die Alpe Furggu das Naturparadies und damit auch «da Hischär», den Wohnort des Lokalhistorikers Squaratti berührt.
Einige seiner Erlebnisse und Schilderungen hat Josef Squaratti aus seinem Buch den Versammelten vorgetragen. Der Bogen seiner Erzählungen und Geschichten reicht weit. Er führt in Josef Squarattis Buch durch 240 Seiten.  
gtg