Erich Jordan

 

Zum vierten mal in der Vereinsgeschichte der Kulturvereinigung Simplon Süd wurde am 24. September 2011 der Anerkennungspreis "Silberdistel" verliehen. Die Wahl des Vorstandes fiel einstimmig auf Erich Jordan. Er wurde am 05. März 1957 in Simplon Dorf geboren. Als Hüterbub auf dem grossväterlichen Betrieb kam er in seiner Jugendzeit mit der Berglandwirtschaft in Kontakt. Diese Tätigkeit öffnete ihm die Sinne für Natur, Landschaft und Bevölkerung am Simplon. Erich Jordan ist ein waschechter Simpilär und spricht einen unverfälschten Simpilärdialekt. Er beschäftigte sich schon in jungen Jahren mit der Geschichte und Kultur der Simplon Südseite.

Nach der Primar- und Sekundarschule besuchte er zwei Jahre das Kollegium in Brig. Dann entschied er sich für die Lehre als Chemielaborant. Heute ist er in der Lonza als Teamverantwortlicher im Bereich Analytik tätig.

Bereits 1985 hat Erich sein erstes Buch mit dem Titel "Einheimische erzählen aus Volkstum und Überlieferung" herausgegeben. Er schreibt darin 200 Erzählungen im Dialekt nieder, wie sie von seinen Gewährspersonen erzählt wurden. Er berichtet vam Aabusitz, vam Abärgloibu, vam Antheiss, vam Boozu, vam Buichu, vam Burattu, va dä Ggottwääriginu in dä Chnublu, uf Figinu und Zwischbäärgu, vam Graazu, vam Hafuschtälu, vam Huisu und Wonä und va hertä Ziitu, va Inschriften in dä Hiischär, va dä Puirureglu, vam Rällu, va dä Schneewägär, vam Wälschleeru im benachbarten Ossola und vielem mehr.

Die Dialektschreibung von Erich Jordan hat grosse Aufmerksamkeit und sehr guten Anklang gefunden. Im Buch von Christian Schmid-Cadalbert, mit der Überschrift „Schwyzertütschi Dialäktschrift" das 1986 erschienen ist, findet der geschriebene Dialekt von Erich eine besondere Würdigung.
Diese Anerkennung führte ihn zu Vorlesungen nach Hinterrhein, Davos, Chur, Zürich und auch das Radio DRS 1 sendete seine einheimischen Verse.


1992 hat er zusammen mit 19 Autoren eine Anthologie mit dem Titel „Ubär alli Grenzà" verfasst. In dieser Sammlung von ausgewählten Texten, hat er seinen Beitrag mit neun Mundartgedichten eingebracht.

2006 folgte sein grösstes Werk. Es trägt die Überschrift "Orts- und Flurnamen Simplon Süd". Über 3500 Orts- und Flurnamen lassen über ein Register und Karten die Örtlichkeiten auffinden. Das sind Gebäude, Dörfer, Gärten, Äcker, Weiden, Matten, Wälder, Bäche, Seen, Felsen, Berge, kurzum für alle Örtlichkeiten zwischen dem Simplon Pass und der Landesgrenze hat Erich, dank beharrlichen Nachforschungen und vielen Befragungen bei Gewährspersonen einen Namen gefunden.

Hinter diesem gigantischen, einmaligen Werk stecken 15 Jahre intensive Fleissarbeit, unzählige Feldbegehungen, Fotoaufnahmen, Kontakte und Gespräche bei Gewährspersonen, Instanzen und Behörden sowie eine langjährige, genaue Aufarbeitung der Datensammlung.


Sicher ist dies nicht sein letztes Werk. Wir sind gespannt mit welcher Überraschung er als nächstes an die Öffentlichkeit tritt.